
Kaum ein Satz beschreibt Ruth Alejandre treffender: „Ein Ort wird dann schön, wenn er die Seele daran erinnert, wer sie ist.“ Die Weltenbummlerin hat in Barcelona, Rom, London, Amsterdam, Miami und Ibiza gelebt und mehr als 70 Länder bereist. Geblieben sind vor allem die Begegnungen mit Menschen und die Erkenntnis, dass Reisen unseren Blick auf die Welt und auf uns selbst verändern.
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Eine der prägendsten Erfahrungen ihres Lebens war die Freiwilligenarbeit bei den Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta. Dort begegnete sie Menschen, die fast nichts besaßen und dennoch bereit waren, alles zu geben. Auch ihre Rucksackreise durch Südostasien wurde zu einem Wendepunkt. „Früher reiste ich, um die Welt zu entdecken. Heute reise ich, weil mich jede Reise ein Stück mehr über mich selbst verstehen lässt.“ Vor allem aber haben Reisen sie gelehrt, Vorurteile abzulegen und anderen Kulturen mit Offenheit zu begegnen.
Als Gründerin von Gastrogurú und Kommunikationschefin von Minor Hotels verbindet Ruth Alejandre Menschen, Kulturen und Geschichten. Gastfreundschaft bedeutet für sie, Orte zu schaffen, an denen Menschen sich gesehen, willkommen und verstanden fühlen. Essen ist dabei „die universellste Sprache, die wir besitzen“, weil es Menschen zusammenbringt und Erinnerungen schafft.
Aus ihrer Leidenschaft für das Reisen entstand auch ihr Buch „Aus Liebe zum Balkan“. Bücher begleiten sie seit ihrer Kindheit. Bis heute ist sie überzeugt: „Eine Buchempfehlung ist nie nur eine Empfehlung. Sie ist immer auch eine Einladung, das Leben für einen Moment mit den Augen eines anderen Menschen zu betrachten. Und ich kann mir nur wenige Geschenke vorstellen, die wertvoller sind als das.“
Im Interview spricht Ruth Alejandre über die Zukunft der Wellnesshotellerie, warum Zeit, Stille und Authentizität heute wertvoller sind denn je und weshalb Wohlbefinden weit mehr bedeutet als Perfektion. Einer ihrer schönsten Gedanken lautet: „Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, dass Wohlbefinden nichts mit einem perfekten Leben zu tun hat. Es bedeutet vielmehr, zu erkennen, wie außergewöhnlich das Leben bereits ist.“
Ebenso inspirierend ist ihre Definition von Erfolg: „Erfolg bedeutet für mich, morgens mit Vorfreude auf den Tag aufzuwachen, die Gesundheit und die Energie zu haben, ihn bewusst zu genießen, die Menschen, die ich liebe, an meiner Seite zu wissen und die Freiheit zu besitzen, meine Zeit mit dem zu verbringen, was mir wirklich wichtig ist. Es bedeutet auch, neugierig zu bleiben und sich die Fähigkeit zu bewahren, über die Welt zu staunen.“
Ein inspirierendes Gespräch über Reisen, Gastfreundschaft, Bücher, Menschlichkeit und die Kunst, das Wesentliche im Leben zu erkennen.
Der Schriftsteller Ray Bradbury schrieb einmal: „Fahre in die Welt hinaus. Sie ist fantastischer als jeder Traum.“ Du hast in Barcelona, London und Miami gelebt, auf mehreren Kontinenten gearbeitet und warst unter anderem für Facebook, Hilton, Hyatt, Minor Hotels sowie Dein eigenes Unternehmen Gastrogurú tätig. Was haben Reisen und die Begegnungen mit unterschiedlichen Kulturen mit Dir als Mensch gemacht? Welche Länder oder Kulturen haben Dich besonders inspiriert, wenn es um Lebensfreude, Gastfreundschaft und die Kunst eines guten Lebens geht?
Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, empfinde ich vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Jeder Ort, an dem ich gelebt habe, jede Kultur, die ich kennenlernen durfte, und jeder Mensch, dem ich begegnet bin, haben meinen Blick auf die Welt erweitert. Und ich glaube, genau das gehört zu den größten Geschenken des Lebens.
Ja, ich habe in all den Städten gelebt, die Du erwähnst, außerdem in Cambridge, Marbella und Süditalien. Doch jede dieser Städte steht für mich weniger für einen Punkt auf der Landkarte als vielmehr für ein eigenes Kapitel meines Lebens. Jede kam genau zum richtigen Zeitpunkt und schenkte mir etwas, das ich in dieser Lebensphase gerade brauchte.
Rom war meine erste längere Erfahrung im Ausland. London hat mich herausgefordert, meinen Blick auf die Welt erweitert und mich zu der Persönlichkeit werden lassen, die ich heute bin. Miami schenkte mir die Freude daran, am Meer zu leben. Und Ibiza hat meine Vorstellung von der Insel vollkommen verändert. Ich entdeckte einen Ort, der von Naturverbundenheit, Authentizität und einer bewussteren Art zu leben geprägt ist.
Spanien wird für mich immer Heimat bleiben, weil dort meine Beziehung zum Meer begann. Sein Rhythmus hat etwas Heilsames. Er erinnert mich daran, dass sich alles verändert, alles im Fluss ist und schließlich seinen Platz findet.
Abseits der Städte, in denen ich gelebt habe, ereigneten sich einige der bedeutendsten Momente meines Lebens auf Reisen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Reisen haben mir vor allem eines geschenkt: die Fähigkeit, vorurteilsfrei zu leben. Wir wachsen oft mit bestimmten Vorstellungen über Länder oder Kulturen auf, nur um später festzustellen, wie falsch sie waren.
Die Freiwilligenarbeit bei den Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta hat mich für immer verändert. Dort habe ich gelernt, dass Großzügigkeit und Mitgefühl nur wenig mit materiellem Wohlstand zu tun haben. Ich begegnete Menschen, die fast nichts besaßen und dennoch bereit waren, alles zu geben. Das war eine der größten Lektionen über Menschlichkeit, die ich je erhalten habe.
Auch meine Rucksackreise allein durch Südostasien war ein entscheidender Wendepunkt. Sie schenkte mir Unabhängigkeit und Vertrauen in mich selbst. Gleichzeitig lernte ich dort eine Lebensweise kennen, die mich bis heute begleitet: eine ruhigere Beziehung zum Leben, zur Natur und zu mir selbst. Die Herzlichkeit und Freundlichkeit, die ich in Südostasien erfahren habe, werde ich niemals vergessen.
Es gibt außerdem Orte, deren besondere Energie sich kaum in Worte fassen lässt. Die Ankunft in Finisterre nach dem Jakobsweg oder ein Sonnenuntergang über Machu Picchu sind spirituelle Erfahrungen, die einen noch lange begleiten, nachdem man den Ort längst verlassen hat.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass im Leben alles aus einem bestimmten Grund geschieht. Selbst die schwierigsten Momente erweisen sich oft rückblickend als jene, für die wir am dankbarsten sind. Jeder Ort, den ich mein Zuhause nennen durfte, jede Reise und jede Begegnung mit einem Menschen haben die Frau geformt, die ich heute bin. Sie haben mich neugieriger, mitfühlender und bewusster werden lassen. Denn ganz gleich, woher wir kommen: Wir alle suchen letztlich nach denselben Dingen – nach Verbundenheit, einem Gefühl von Zugehörigkeit und einem Leben voller Sinn. Ich bin überzeugt, dass das Leben etwas Außergewöhnliches sein kann, wenn wir ihm mit Dankbarkeit und einem offenen Herzen begegnen.
Ein bekanntes Sprichwort besagt: „Ein Ort ist dann schön, wenn er die Seele daran erinnert, wer sie ist.“ Du kennst einige der faszinierendsten Destinationen der Welt: von den Malediven über Sardinien, Schottland und Marokko bis hin zu Metropolen wie Barcelona, London oder Miami. Warum sehnen sich Menschen nach Schönheit? Was bewirken das Meer, die Berge oder außergewöhnliche Orte in uns? Und was macht den Unterschied zwischen einem schönen Ort und einem Ort, der Menschen wirklich berührt und ein Leben lang in Erinnerung bleibt? Was ist Dein persönlicher Lieblingsort auf der Welt und warum?
Wir erinnern uns nicht daran, wie ein Ort ausgesehen hat. Wir erinnern uns aber daran, wie wir uns an diesem Ort gefühlt haben.
Manche Reiseziele sind zweifellos wunderschön. Doch Schönheit allein reicht nur selten aus, um dauerhaft in Erinnerung zu bleiben. Die Orte, die wirklich Teil unseres Lebens werden, sind jene, an denen etwas Bedeutendes geschehen ist: an denen wir einem Menschen begegnet sind, der uns verändert hat, eine Herausforderung gemeistert oder inneren Frieden gefunden haben.
Wenn ich an die Orte denke, die mich geprägt haben, kommen mir nicht zuerst berühmte Sehenswürdigkeiten in den Sinn. Ich denke vielmehr an die verschiedenen Kapitel meines Lebens.
Rom wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen, weil ich dort gelernt habe, das Tempo zu drosseln und die einfachen Freuden des Lebens zu schätzen. London steht für Entdeckung und unzählige Möglichkeiten. Die Stadt hat mich auf vielfältige Weise herausgefordert und mich ermutigt, Chancen jenseits meiner Komfortzone zu ergreifen.
Schottland hat mich auf eine ganz andere Weise sprachlos gemacht. Als ich durch die Highlands fuhr, umgeben von dieser überwältigenden Landschaft und einer nahezu greifbaren Stille, wurde mir bewusst, welche Kraft die Natur besitzt, alles wieder in die richtige Perspektive zu rücken.
In Südostasien haben mich nicht nur die beeindruckenden Landschaften tief berührt, sondern vor allem die Herzlichkeit der Menschen und die Spiritualität, die dort ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Diese Reise hat mich gelehrt, dass wahres Glück weniger im ständigen Streben nach dem Nächsten liegt als vielmehr in Einfachheit, Achtsamkeit und Dankbarkeit.
Das Meer begleitet mich, solange ich denken kann. Es schenkt mir Energie, Klarheit und innere Ruhe. Ich gehe ans Meer, um zu feiern, nachzudenken, wichtige Entscheidungen zu treffen oder einfach nur tief durchzuatmen. Ganz gleich, wo ich mich auf der Welt befinde – ich suche immer seine Nähe. Es erinnert mich daran, dass das Leben in Zyklen verläuft, dass jeder Sturm vorüberzieht und jeder neue Tag die Chance auf einen Neuanfang bereithält.
Oft werde ich nach meinem Lieblingsort gefragt. Doch ehrlich gesagt gibt es für mich nicht den einen Ort.
Einige der Plätze, die ich am meisten liebe, gehören nicht einmal zu den spektakulärsten der Welt. Es sind vielmehr jene Orte, an denen ich am glücklichsten war.
Denn am Ende verlieben wir uns nicht nur in einen Ort, sondern auch in die Version unserer selbst, die dieser Ort in uns zum Vorschein bringt.
Susan Sontag sagte einmal: „Ich war noch nicht überall, aber es steht auf meiner Liste.“ Du hast bereits einen großen Teil der Welt bereist. Gibt es dennoch einen Ort, den Du unbedingt noch erleben möchtest? Und was glaubst Du, suchen wir eigentlich, wenn wir von fernen Orten träumen?
Auf jeden Fall. Je mehr ich reise, desto länger wird meine Wunschliste. Denn ein Reiseziel führt ganz natürlich zum nächsten.
Japan fasziniert mich schon seit vielen Jahren. Mich beeindruckt, wie das Land Innovation mit tief verwurzelten Traditionen, Moderne mit Spiritualität und eine außergewöhnliche Liebe zum Detail mit einer starken kulturellen Identität verbindet. Außerdem hoffe ich, Afrika noch intensiver entdecken zu können. Ich habe das Gefühl, dass dieser Kontinent uns unglaublich viel über Menschlichkeit, Resilienz und unsere Verbindung zur Natur lehren kann.
Als ich jünger war, reiste ich, um die Welt zu entdecken. Heute reise ich, weil mich jede Reise ein Stück mehr über mich selbst verstehen lässt.
Einige der Erlebnisse, die mich am tiefsten geprägt haben, waren nicht geplant. Allein mit dem Rucksack durch Südostasien zu reisen, schenkte mir Selbstvertrauen, Unabhängigkeit und die Freude daran, mich auf das Unvorhersehbare einzulassen. Und dann gibt es Orte, deren besondere Energie sich kaum in Worte fassen lässt. Ich habe sie in Muxía nach dem Jakobsweg gespürt und bei Sonnenuntergang in Machu Picchu erlebt. Manche Orte tragen Jahrhunderte voller Geschichte, Spiritualität und menschlicher Energie in sich.
Genau diese Erfahrungen bleiben mir im Gedächtnis. Sie erinnern mich daran, dass Reisen bedeutet, sich überraschen zu lassen. Es bedeutet, zuzuhören, statt zu hetzen, zu beobachten, statt vorschnell zu urteilen, und zu erkennen, dass es unzählige Wege gibt, ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.
Das Reisen hat mich optimistischer gemacht. Jedes Land, das ich besucht habe, hat mir auf die eine oder andere Weise Freundlichkeit entgegengebracht. Ich durfte außergewöhnlichen Menschen auf Zypern, in Italien, in Kolumbien und vielen anderen Ländern begegnen. Sie alle haben mich daran erinnert, dass Großzügigkeit, Herzlichkeit und Menschlichkeit überall auf der Welt zu finden sind.
Ja, es gibt noch viele Orte, von denen ich träume. Doch mehr als das Reiseziel selbst begeistert mich die Ungewissheit darüber, was das Leben dort für mich bereithält. Die schönsten Erinnerungen entstehen durch Gespräche, mit denen wir nie gerechnet haben, durch Menschen, die unerwartet Teil unserer Lebensgeschichte werden, und durch jene stillen Momente, die unseren Blick auf die Welt für immer verändern.
Als Global Director of Public Relations bei Minor Hotels und Gründerin von Gastrogurú verbindest Du Menschen, Ideen, Marken und Kulturen. Was fasziniert Dich an dieser Rolle? Gibt es eine Begegnung auf Deinen Reisen oder in Deinem Berufsleben, die Dir bis heute in Erinnerung geblieben ist? Und was macht einen Menschen oder eine Begegnung für Dich unvergesslich?
Ich habe in ganz unterschiedlichen Branchen gearbeitet – von der audiovisuellen Industrie über die Gastronomie bis hin zur internationalen Luxushotellerie. Der rote Faden war dabei immer derselbe: meine Faszination für Menschen und ihre Geschichten.
Mich interessiert, was Menschen inspiriert und was ihre Augen zum Leuchten bringt, wenn sie darüber sprechen. Ich höre ihnen gerne zu, weil ich fest daran glaube, dass jeder Mensch etwas Wertvolles zu erzählen hat.
Genau das ist wahrscheinlich das Schönste an meiner Arbeit. Sie hat mir die Möglichkeit eröffnet, in Welten einzutauchen, die ich sonst vielleicht nie kennengelernt hätte, und außergewöhnlichen Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten zu begegnen. Ich durfte Zeit mit visionären Hoteliers, international renommierten Spitzenköchen, Unternehmern, Künstlern und Innovatoren verbringen. Doch die wertvollsten Gespräche fanden fernab von Konferenzräumen statt.
Ich erinnere mich noch gut an die Gespräche mit den Freiwilligen der Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta. Ihre selbstlose Hingabe hat mein Verständnis von Mitmenschlichkeit und gelebter Fürsorge nachhaltig geprägt. Ich denke auch an Kunsthandwerker, die mit so viel Stolz über ihr Handwerk gesprochen haben, dass einem sofort klar wurde: Wahre Exzellenz entsteht aus Leidenschaft und Hingabe. Diese Gespräche waren authentisch. Niemand musste etwas beweisen. Menschen teilten einfach einen Teil ihres Lebens und ihrer Persönlichkeit mit mir.
Gastfreundschaft bedeutet für mich nicht in erster Linie außergewöhnliche Hotels oder exzellente Restaurants. Sie bedeutet, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen sich gesehen, willkommen und umsorgt fühlen und Erinnerungen sammeln, die sie ein Leben lang begleiten.
Genau das gilt auch für Kommunikation. Nicht Marken bauen Beziehungen zu Menschen auf, sondern Menschen verbinden sich mit Menschen. Geschichten sind die Brücke, die sie miteinander verbindet.
Für mich bedeutet Erfolg, echte Beziehungen aufzubauen, das Vertrauen anderer Menschen zu gewinnen und auf die eine oder andere Weise etwas Positives in ihrem Leben zu bewirken. Wenn sich ein Mensch noch lange daran erinnert, welches Gefühl du ihm gegeben hast, obwohl deine Worte längst vergessen sind, dann hast du etwas wirklich Wertvolles hinterlassen.
Als Gründerin von Gastrogurú hast Du viele der besten Köche und Gastgeber der Welt kennengelernt. Was macht für Dich einen wirklich genussvollen Moment aus? Ist Genuss für Dich eher ein besonderer Augenblick oder eine tägliche Art, dem Leben zu begegnen?
Für mich ist Genuss vor allem eine Lebenseinstellung und keine Frage besonderer Anlässe. Die wahre Kunst des Lebens besteht vielleicht darin, die Schönheit der alltäglichen Momente zu erkennen.
Wir lernen oft, die großen Ereignisse des Lebens zu feiern. Doch einige meiner glücklichsten Erinnerungen sind erstaunlich unspektakulär. Ein Sonnenaufgang am Meer. Gemeinsam mit der Familie zu kochen. Ein Mittagessen, das ganz unbemerkt in ein Abendessen übergeht. Ein kleines familiengeführtes Restaurant zu entdecken, in dem jedes Gericht mit Liebe zubereitet wird. Oder nach einer langen Woche barfuß am Strand entlangzulaufen.
Durch Gastrogurú habe ich die Möglichkeit, einige der talentiertsten Köche der Welt kennenzulernen. Und wenn sie alle etwas gemeinsam haben, dann ist es ihre Leidenschaft. Mit ihren Gerichten erzählen sie von ihren Wurzeln, ihren Erinnerungen und den Orten, aus denen sie stammen.
Für mich ist Essen die universellste Sprache, die wir besitzen. Es ist weit mehr als etwas Exklusives oder Raffiniertes. Überall auf der Welt kommen Menschen an einem Tisch zusammen. Beim gemeinsamen Essen entstehen Freundschaften, Menschen verlieben sich ineinander und Fremde werden zu Gästen. Eine Mahlzeit miteinander zu teilen, gehört für mich zu den schönsten Ausdrucksformen wahrer Gastfreundschaft. Das hat nur wenig mit Luxus zu tun, dafür umso mehr mit Großzügigkeit. Vielleicht vergisst du irgendwann, was auf dem Teller lag. Doch du wirst dich immer daran erinnern, welches Gefühl dir ein Mensch in diesem gemeinsamen Moment geschenkt hat.
Heute warte ich nicht mehr auf den „perfekten Moment“, der vielleicht erst nach dem nächsten Erfolg oder dem nächsten großen Meilenstein eintritt. Ich habe erkannt, dass er längst da ist: in den Menschen, die du liebst, darin, gut für dich selbst zu sorgen und in Bewegung zu bleiben, die Sonne auf deiner Haut zu spüren, dem Rauschen des Meeres zu lauschen und den Tag mit einem Gefühl tiefer Dankbarkeit ausklingen zu lassen.
Wellness Heaven bewertet Wellnesshotels in den Kategorien Wellness, Zimmer und Ausstattung, Lage, Service und Kulinarik. Welche dieser Kategorien ist für Dich persönlich am wichtigsten? Und wie sieht für Dich ein perfekter Wellnessurlaub aus?
Ich würde sagen: die Lage. Ich bin fest davon überzeugt, dass manche Orte einen ganz besonderen Einfluss darauf haben, wie wir uns fühlen. Zum Meer hatte ich schon immer eine sehr enge Verbindung. Es begleitet mich, solange ich denken kann, und seine Energie schenkt mir Ruhe und das Gefühl, wieder ganz bei mir selbst anzukommen.
Gleichzeitig glaube ich nicht, dass sich Wohlbefinden allein auf eine spektakuläre Umgebung reduzieren lässt. Ich habe in außergewöhnlichen Hotels an den schönsten Orten der Welt übernachtet, an die ich mich heute kaum noch erinnere. Andere, viel schlichtere Orte hingegen haben einen festen Platz in meinem Herzen, weil sie mit besonderen Menschen und tiefen Emotionen verbunden sind. Wahre Gastfreundschaft bedeutet für mich Authentizität. Sie bedeutet, sich willkommen, umsorgt und verstanden zu fühlen, ohne dass irgendetwas gekünstelt wirkt.
Wohlbefinden bedeutet für mich, nach einer erholsamen Nacht aufzuwachen, ein gesundes Frühstück mit frischen, regionalen Zutaten zu genießen, den Körper in Bewegung zu bringen, Zeit in der Natur zu verbringen, frische Luft zu atmen und sich bewusst zu erlauben, das Tempo zu verlangsamen. Es bedeutet, das Smartphone beiseitezulegen, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, gute Gespräche zu führen und ein Reiseziel über seine Menschen, seine Kultur und seine Küche kennenzulernen.
Auch die Kulinarik ist für mich ein unverzichtbarer Bestandteil von Wellness. Essen nährt uns, verbindet uns mit einem Ort und seinen Traditionen und besitzt die wunderbare Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen.
Der größte Luxus besteht für mich darin, Zeit und Raum zu haben, im Rhythmus der Natur zu leben. Am Meer aufzuwachen. Den Körper zu bewegen. Gut zu essen. Ein Buch zu lesen. Ein Glas Wein und gute Gespräche zu genießen oder einfach nur den Sonnenuntergang zu beobachten.
Kurz gesagt: Das luxuriöseste Gefühl überhaupt ist für mich, nirgendwo anders sein zu müssen. Genau so fühlt sich wahres Wohlbefinden an.
Was bedeutet für Dich Wohlgefühl? Wann entsteht es? Und welche Rolle spielen für dich die menschlichen Sinne bei der Entstehung von Wohlgefühl?
Für mich beginnt Wohlbefinden in dem Moment, in dem Körper, Geist und Gefühle im Einklang sind. Es ist das Gefühl, ganz im Hier und Jetzt zu sein und im Einklang mit dem zu leben, was einem wirklich wichtig ist.
Ich spüre es, wenn ich morgens voller Energie aufwache. Wenn ich nach dem Sport gleichzeitig Kraft und innere Ruhe empfinde. Wenn ich in einem guten Gespräch völlig das Zeitgefühl verliere oder am Meer sitze, ohne über irgendetwas nachdenken zu müssen. In genau diesen Momenten fühle ich mich mir selbst am nächsten.
Unsere Sinne besitzen eine erstaunliche Kraft, uns zu diesem Gefühl zurückzuführen. Das Rauschen der Wellen, die Wärme der Sonne auf meiner Haut, der Duft des Meeres, der Geschmack frischer Speisen, die ich mit Menschen teile, die ich liebe – all das kann mich innerhalb weniger Augenblicke an einen Ort innerer Ruhe versetzen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum uns manche Orte ein Leben lang begleiten. Unsere Sinne können uns unmittelbar in jene Augenblicke zurückversetzen, in denen wir uns aufrichtig glücklich gefühlt haben.
Deshalb bin ich überzeugt, dass Gastfreundschaft und Wellness untrennbar miteinander verbunden sind. Ein unvergessliches Erlebnis entsteht aus dem Zusammenspiel eines Ortes, des Lichts, der Düfte, der Aromen, der Herzlichkeit der Menschen, der Musik, der Materialien und sogar der Stille. Erst all diese Elemente gemeinsam schaffen ein Gefühl. Und genau diese Gefühle sind es, die in Erinnerung bleiben.
Vor allem aber bedeutet Wohlbefinden für mich Dankbarkeit. Dankbar zu sein für Gesundheit, für die Energie, jeden neuen Tag bewusst erleben zu können, sich zu bewegen, zu reisen, zu lachen, zu lieben und Zeit mit den Menschen zu verbringen, die einem am meisten bedeuten. Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, dass Wohlbefinden nichts mit einem perfekten Leben zu tun hat. Es bedeutet vielmehr, zu erkennen, wie außergewöhnlich das Leben bereits ist.
Welche Entwicklungen und Trends siehst Du, abgesehen von der aktuellen Longevity-Bewegung, langfristig auf die internationale Wellnesshotellerie zukommen? Wonach werden sich die Menschen in Zukunft sehnen, was vielleicht heute oder vor zehn Jahren noch kaum eine Rolle gespielt hat?
Ich glaube, die Zukunft der Wellnessbranche besteht nicht darin, unserem Leben immer mehr hinzuzufügen. Es geht vielmehr darum, Raum für das zu schaffen, was wirklich zählt.
Lange Zeit wurde Luxus mit Überfluss gleichgesetzt: größere Zimmer, mehr Angebote, mehr Anwendungen, mehr Technologie. Doch dieses Verständnis verändert sich gerade grundlegend. Zeit ist zu einem der kostbarsten Luxusgüter geworden. Genauso wie Stille oder die Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen einfach einmal abzuschalten. Selbst etwas so Selbstverständliches wie erholsamer Schlaf oder ein ungestörtes Gespräch wird heute immer seltener.
Gleichzeitig sehnen sich Menschen mehr denn je nach Authentizität. Reisende möchten heute keine Erfahrungen mehr machen, die überall auf der Welt genauso stattfinden könnten. Sie wollen die Kultur eines Reiseziels wirklich kennenlernen, mit Einheimischen in Kontakt kommen und mit dem Gefühl nach Hause zurückkehren, etwas Echtes erlebt zu haben – und nicht etwas, das lediglich perfekt inszeniert war.
Technologie wird die Hotellerie weiterhin verändern, und Künstliche Intelligenz wird bei Effizienz und Personalisierung eine immer größere Rolle spielen. Doch sie wird niemals das ersetzen, woran sich Menschen am Ende wirklich erinnern: den Kellner, der deinen Lieblingskaffee kennt, den Concierge, der dir den Weg zu einem versteckten Strand zeigt, oder das Gespräch, das im Nachhinein zum schönsten Moment der gesamten Reise wird. Genau diese zutiefst menschlichen Begegnungen werden in Zukunft nur noch wertvoller werden.
Für mich ist Wellness heute außerdem deutlich ganzheitlicher geworden. Wellness beschränkt sich längst nicht mehr auf ein paar Stunden im Spa. Es geht darum, wie wir schlafen, wie wir uns bewegen, was wir essen, wie wir unsere Beziehungen gestalten und ob wir morgens mit Vorfreude auf den neuen Tag aufwachen.
Am Ende glaube ich nicht, dass Menschen nach Perfektion suchen. Sie sehnen sich nach Ausgeglichenheit. Sie möchten gesünder, kraftvoller und mehr bei sich selbst nach Hause zurückkehren, als sie es bei ihrer Anreise waren. Wenn Gastfreundschaft genau dazu beitragen kann, wird sie auch in Zukunft einen festen und bedeutsamen Platz im Leben der Menschen haben.
Kinder besitzen die wunderbare Fähigkeit zu staunen. Sie entdecken die Welt mit offenen Augen und begegnen dem Gewöhnlichen mit Neugier und Begeisterung. Viele Erwachsene verlieren diese Fähigkeit im Laufe der Jahre und beginnen, die Welt vor allem zu analysieren und zu bewerten. Welche Bedeutung hat das Staunen für Dich? Und wann hast Du zuletzt etwas erlebt, das Dich wirklich tief berührt oder sprachlos gemacht hat? Über was hast Du gestaunt?
Ich hoffe, dass ich die Fähigkeit zu staunen niemals verliere. Für mich ist sie eine der schönsten Eigenschaften, die wir Menschen besitzen, weil sie uns offen für das Leben hält. In dem Moment, in dem wir glauben, schon alles gesehen zu haben oder auf alles eine Antwort zu kennen, hören wir auf, die Welt zu entdecken – und vielleicht auch uns selbst.
Noch immer können mich die einfachsten Dinge tief berühren. Wenn ich jemandem zuhöre, der mit echter Leidenschaft von seiner Arbeit erzählt, spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Sternekoch, einen Fischer, einen Künstler oder einen freiwilligen Helfer handelt. Menschen, die lieben, was sie tun, besitzen eine besondere Ausstrahlung. Ihre Begeisterung ist ansteckend.
Ich glaube nicht, dass das Staunen mit dem Älterwerden verschwindet. Wir hören lediglich auf, bewusst hinzusehen. Wir sind so beschäftigt mit Planen, Analysieren und dem ständigen Vorwärtsdrängen, dass wir übersehen, was direkt vor unseren Augen geschieht. Dabei sind es oft gerade die stillen Augenblicke, die uns am tiefsten berühren.
Eine Erfahrung, die mich nachhaltig verändert hat, war meine Freiwilligenarbeit bei den Missionarinnen der Nächstenliebe in Kalkutta. Dort begegnete ich Menschen, die fast nichts besaßen und dennoch eine außergewöhnliche Würde, Großzügigkeit und Lebensfreude ausstrahlten. Ich bin mit weit mehr nach Hause zurückgekehrt, als ich jemals hätte geben können. Diese Erfahrung begleitet mich bis heute und hat mein Verständnis von Erfolg, Glück und den wirklich wichtigen Dingen im Leben nachhaltig geprägt.
Heute sind es die leisen Momente, die mich am meisten bewegen: Gesundheit, lange Gespräche mit meiner Familie, gemeinsames Lachen mit Freunden oder einfach das Gefühl, einen Tag voller Dankbarkeit ausklingen zu lassen. Gerade diese Augenblicke führen mir vor Augen, welch großes Geschenk es ist, überhaupt hier zu sein.
Staunen bedeutet für mich nicht, auf etwas Außergewöhnliches zu warten. Es bedeutet, das Außergewöhnliche im Alltäglichen zu entdecken. Das Glück liegt meist nicht irgendwo in der Ferne. Viel häufiger ist es längst da. Wir müssen nur langsam genug werden, um es wahrzunehmen.
Kürzlich las ich die provokante Aussage: „Die ausgebranntesten Menschen der Wellnessbranche sind oft jene, die sie anführen.“ Was hältst Du von diesem Gedanken? Wie gelingt es Dir persönlich, bei all den Reisen, Projekten und Begegnungen in Deiner eigenen Balance zu bleiben?
Ich glaube, in dieser Aussage steckt mehr Wahrheit, als uns lieb ist – und das gilt nicht nur für die Wellnessbranche.
Wir leben in einer Kultur, die ständige Beschäftigung, permanente Erreichbarkeit und grenzenlose Produktivität feiert. Irgendwann haben wir begonnen, Erfolg mit Erschöpfung zu verwechseln. Die Ironie dabei ist, dass wir heute so viel wie nie zuvor über Wohlbefinden sprechen und uns gleichzeitig immer seltener erlauben, es tatsächlich zu erleben.
Für mich muss Wohlbefinden etwas sein, das wir leben, nicht nur etwas, worüber wir sprechen. Andernfalls wird es bloß zum nächsten Trend oder zu einem weiteren Punkt auf unserer To-do-Liste.
Mein Leben ist geprägt von ständiger Bewegung: unterschiedliche Länder, Zeitzonen, Projekte und die Begegnung mit wunderbaren Menschen. Und genau diese Dynamik liebe ich. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass unsere Energie nicht unerschöpflich ist. Wenn wir nicht gut für uns selbst sorgen, bleibt irgendwann nur noch wenig übrig, das wir anderen schenken können.
Deshalb achte ich heute ganz bewusst auf das, was mir Halt gibt: Bewegung, das Meer, echte Gespräche und Zeit mit den Menschen, die ich liebe. Für mich ist das kein Luxus, sondern die Grundlage für alles andere.
Ich lerne immer noch, meine Zeit zu schützen. Wenn man liebt, was man tut, fällt es leicht, Ja zu sagen. Nein zu sagen ist deutlich schwieriger. Doch ich habe erkannt, dass jedes Nein zu etwas, das mir Energie raubt, gleichzeitig ein Ja zu etwas ist, das mir Energie gibt und mich wachsenlässt.
In dieser Phase meines Lebens möchte ich nicht weniger tun. Ich möchte bewusster leben. Denn Erfolg bedeutet nur wenig, wenn einem die Gesundheit, die Energie oder die innere Ruhe fehlen, um ihn wirklich genießen zu können.
Welche Bücher haben Dich in Deinem Leben besonders geprägt oder nachhaltig beeinflusst? Gibt es Werke, zu denen Du immer wieder zurückkehrst?
Bücher waren für mich schon immer eine andere Form des Reisens. Lange bevor ich viele der Orte besucht habe, die ich heute liebe, bin ich ihnen bereits zwischen den Seiten eines Buches begegnet. Lesen war für mich nie eine Flucht vor der Wirklichkeit. Es war immer eine Möglichkeit, sie besser zu verstehen und sie mit den Augen eines anderen Menschen zu betrachten.
Ich gehöre allerdings nicht zu den Menschen, die Bücher immer wieder lesen. Für mich sind sie wie Reisen: Sie begegnen dir genau im richtigen Moment, hinterlassen etwas in dir und machen dann ganz leise Platz für das nächste Buch.
Meine Liebe zur Reiseliteratur begann schon in jungen Jahren mit den Büchern von Javier Reverte. Während meines Kommunikationsstudiums entdeckte ich später Ryszard Kapuściński. Seine Texte haben meinen Blick auf den Journalismus grundlegend verändert. Er schrieb nie einfach über Orte, sondern immer über Menschen. Von ihm habe ich gelernt, dass das Interessanteste an einem Reiseziel nicht das ist, was man sieht, sondern die Menschen, denen man begegnet, die Bereitschaft, sie wirklich verstehen zu wollen, und die Fähigkeit, ihnen aufmerksam zuzuhören.
Genau dieser Blick auf die Welt führte schließlich dazu, dass ich mein eigenes Buch Por amor a los Balcanes – Aus Liebe zum Balkan schrieb. Was als Reise allein mit dem Auto begann, entwickelte sich zu monatelanger Recherche, intensivem Lesen und unzähligen Gesprächen. Ich wollte die Geschichte, die Kultur, die Kulinarik und den Alltag einer Region verstehen, die häufig missverstanden wird. Das Schreiben dieses Buches hat mir gezeigt, dass Neugier vielleicht eine der tiefsten Formen des Respekts ist, die wir einer anderen Kultur entgegenbringen können.
In den vergangenen Monaten habe ich mich intensiv mit der kulinarischen Tradition meiner Heimatregion León beschäftigt – im Rahmen eines der persönlichsten Projekte, das ich bisher begonnen habe. Viel kann ich darüber noch nicht verraten, aber ich hoffe sehr, dass es schon bald Wirklichkeit wird. Schon jetzt hat mir dieses Projekt etwas Wertvolles geschenkt: die Möglichkeit, meine eigenen Wurzeln über regionale Produkte, traditionelle Rezepte und altes kulinarisches Wissen neu zu entdecken. Je tiefer ich eintauche, desto mehr bin ich überzeugt, dass Essen – genau wie Bücher – erzählt, wer wir sind. Jedes traditionelle Gericht trägt Generationen von Geschichte, Identität und Erinnerungen in sich. Einen Ort über seine Küche kennenzulernen, offenbart oft Dinge, die in keinem Reiseführer stehen.
Letztlich haben Bücher mich nicht deshalb geprägt, weil sie mir Antworten gegeben haben. Sie haben mich geprägt, weil sie mich gelehrt haben, die besseren Fragen zu stellen. Bis heute freue ich mich aufrichtig, wenn mir jemand ein Buch empfiehlt, das seinen Blick auf die Welt verändert hat. Denn eine Buchempfehlung ist nie nur eine Empfehlung. Sie ist immer auch eine Einladung, das Leben für einen Moment mit den Augen eines anderen Menschen zu betrachten. Und ich kann mir nur wenige Geschenke vorstellen, die wertvoller sind als das.
Der Philosoph Seneca schrieb: „Nicht zu wenig Zeit haben wir, sondern wir verschwenden zu viel davon.“ Viele Menschen verbringen ihr Leben damit, Sicherheit, Wohlstand oder Anerkennung anzustreben. Doch irgendwann stellt sich eine andere Frage: Was macht ein Leben wirklich reich? Was verleiht einem Leben Bedeutung, Tiefe und echten Wert?
Je älter ich werde, desto häufiger denke ich über dieses Zitat nach. Es ist erstaunlich leicht, Jahre damit zu verbringen, dem nächsten Karriereschritt oder dem nächsten Erfolg hinterherzujagen, ohne sich jemals zu fragen, ob uns all das tatsächlich glücklicher macht.
Lange Zeit habe auch ich Erfolg so definiert, wie es viele von uns lernen: über Wachstum, Verantwortung und berufliche Erfolge. Diese Ambitionen bereue ich keineswegs, denn sie haben mir Türen geöffnet, von denen ich früher nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Irgendwann wurde mir jedoch bewusst, dass die kostbarsten Momente meines Lebens nur sehr wenig mit einer beruflichen Position oder einem Titel zu tun haben.
Sicherheit und Anerkennung können einem Leben Stabilität geben. Doch sie machen es nicht automatisch reich. Der wahre Reichtum liegt bereits im Leben selbst. Wir müssen nur lernen, ihn wahrzunehmen. Wenn ich sagen müsste, was ein Leben wirklich reich macht, dann wären meine Antwort ohne Zögern Gesundheit und Zeit: die Freiheit, meine Zeit so zu verbringen, wie es sich für mich richtig anfühlt, und die Gesundheit, sie mit allen Sinnen genießen zu können. Alles andere lässt sich irgendwann wieder aufbauen. Diese beiden Dinge jedoch nicht, wenn sie einmal verloren gegangen sind.
Auch Dankbarkeit verändert alles. Je mehr Länder ich bereise und je mehr Menschen ich kennenlerne, desto bewusster wird mir, welch außergewöhnliches Geschenk dieses Leben ist. Wir verbringen so viel Zeit damit, das Glück irgendwo anders zu suchen, dass wir oft übersehen, wie viel davon längst Teil unseres Lebens ist.
Und am Ende, davon bin ich überzeugt, läuft alles auf die Liebe hinaus: auf die Menschen, die uns durchs Leben begleiten, auf diejenigen, die bleiben, auf die gemeinsamen Erinnerungen und auf die Freundlichkeit, die wir in der Welt hinterlassen. Das ist die einzige Form von Reichtum, von der ich noch nie erlebt habe, dass jemand bereut hätte, zu viel davon besessen zu haben.
Wenn Du einem jungen Menschen nur eine einzige Lebenslektion mitgeben dürftest: Welche wäre das? Und was bedeuten Glück, Erfüllung und ein gelungenes Leben für Dich persönlich?
Warte nicht. Warte nicht darauf, dass du dich vollkommen bereit fühlst, und warte auch nicht darauf, dass dir das Leben absolute Sicherheit schenkt, denn das tut es nur selten. Rückblickend waren die Entscheidungen, die mein Leben am stärksten geprägt haben, genau jene, die ich getroffen habe, ohne bereits alle Antworten zu kennen: ins Ausland zu ziehen, beruflich neue Wege einzuschlagen, allein zu reisen oder Projekte anzunehmen, die mich weit über meine Komfortzone hinausgeführt haben. Keine dieser Entscheidungen war mit einer Garantie verbunden. Sie fühlten sich in diesem Moment einfach richtig an. Und darauf zu vertrauen, hat mein Leben verändert.
Ich würde einem jungen Menschen außerdem raten, keine Angst davor zu haben, den eigenen Weg zu verändern. Wir wachsen oft mit der Vorstellung auf, es gebe nur einen richtigen Lebensweg. Doch das Leben ist viel großzügiger als das. Einige der schönsten Chancen, die sich mir eröffnet haben, entstanden erst, weil ich bereit war, noch einmal ganz von vorne zu beginnen.
Heute ist meine Definition von Erfolg viel einfacher als früher. Erfolg bedeutet für mich, morgens mit Vorfreude auf den Tag aufzuwachen, die Gesundheit und die Energie zu haben, ihn bewusst zu genießen, die Menschen, die ich liebe, an meiner Seite zu wissen und die Freiheit zu besitzen, meine Zeit mit dem zu verbringen, was mir wirklich wichtig ist. Es bedeutet auch, neugierig zu bleiben und sich die Fähigkeit zu bewahren, über die Welt zu staunen.
Erfüllung ist für mich kein Ziel, das man irgendwann erreicht. Sie ist das stille Gefühl, dass das eigene Leben widerspiegelt, wer man wirklich ist. Dass die eigenen Entscheidungen mit den persönlichen Werten im Einklang stehen. Und dass man Freude in den kleinen, alltäglichen Momenten findet, anstatt ständig auf die außergewöhnlichen zu warten.
Am Ende glaube ich nicht, dass sich ein gelungenes Leben daran misst, was wir angesammelt haben. Entscheidend ist, was wir erlebt, mit anderen geteilt und in ihrem Leben bewirkt haben. Wenn ich eines Tages zurückblicke und sagen kann, dass ich mit Neugier, Freundlichkeit und Dankbarkeit gelebt habe, dann werde ich wissen, dass ich ein erfülltes und gelungenes Leben geführt habe.
Mindful Moments - Gespräche die berühren
In dem neuen Format im Online Magazin von Wellness Heaven "Mindful Moments – Gespräche, die berühren“ unterhalten wir uns mit Hoteliers, Spa-Experten, Ärzten, Wellness-Consultants und anderen interessanten Persönlichkeiten, die wir während der letzten 20 Jahre auf unseren Wellness Heaven Reisen durch die Welt kennenlernen durften und die uns tief beeindruckt haben. Ihnen allen ist eines gemein: Sie sind auf der Suche nach Wohlbefinden und einem erfüllten Leben für sich und andere. Wir fragen nach Ihren Geheimnissen um Glück, Zufriedenheit und persönlichem Erfolg auf die Spur zu kommen. Außerdem stellen wir neue Trends im Wellnessbereich vor, sprechen aber auch über jahrhundertealte, bewährte Methoden für ein sinn- und freudvolles Leben. Wir diskutieren über die Gedanken großer Philosophen und fragen nach Büchern, die bewegen. Und natürlich nehmen wir Sie immer wieder mit, an ganz besondere Orte, die mit fabelhafter Natur und wachen Ideen für mehr Gesundheit und Begeisterung im Leben sorgen. Wir hoffen, dass die Begegnungen mit diesen Menschen bei Ihnen genauso nachklingen wie bei uns und Sie inspirieren, Ihre eigene Lebensreise so einmalig, selbstbestimmt und erquicklich wie möglich zu gestalten. Bon voyage!
ENGLISH VERSION
Few quotes capture Ruth Alejandre better than these words: “A place becomes beautiful when it reminds the soul who it is.” A true global traveller, Ruth has lived in Barcelona, Rome, London, Amsterdam, Miami and Ibiza, and has explored more than 70 countries. Yet what has stayed with her most are not the destinations themselves, but the people she has met and the realization that travel transforms the way we see both the world and ourselves.
One of the defining experiences of her life was volunteering with the Missionaries of Charity in Kolkata, where she met people who had almost nothing, yet were willing to give everything. Another turning point came during her solo backpacking journey across Southeast Asia. As she says, “When I was younger, I travelled to discover the world. Today, I travel because every journey helps me understand a little more about myself.” Above all, travel has taught her to let go of prejudice and to approach other cultures with openness, curiosity and humility.
As the founder of Gastrogurú and Global Director of Public Relations – Communications at Minor Hotels, Ruth connects people, cultures and stories. To her, hospitality means creating places where people feel seen, welcomed and genuinely cared for. Food is “the most universal language we have,” bringing people together and creating memories that last a lifetime.
Her passion for travel also inspired her book, "Por amor a los Balcanes" (“For the love of the Balkans"). Books have accompanied her since childhood, and she still believes: “A book recommendation is never just a recommendation. It is an invitation to see life through someone else’s eyes. And I can think of very few gifts more meaningful than that.”
In this interview, Ruth reflects on the future of wellness hospitality, why time, silence and authenticity have become our greatest luxuries, and why wellbeing has very little to do with perfection. One of her most beautiful reflections is: “The older I get, the more I realise that wellbeing isn’t about having a perfect life. It’s about noticing how extraordinary life already is.”
Her definition of success is equally inspiring: “Success means waking up excited about the day ahead, having the health and energy to enjoy it, the people I love by my side, and the freedom to spend my time on what truly matters. It also means staying curious and never losing the ability to be amazed by the world.”
An inspiring conversation about travel, hospitality, books, humanity and the art of discovering what truly matters in life.
Ray Bradbury once said: “Go out into the world. It is more fantastic than any dream.” You have lived in Barcelona, Rome, Paris, Amsterdam, Ibiza, London and Miami, worked across several continents, and held positions with Facebook, Hilton, Hyatt, Minor Hotels, as well as your own company, Gastrogurú. How have travel and encounters with different cultures shaped you as a person? Which countries or cultures have inspired you most when it comes to joie de vivre, hospitality, and the art of living well?
When I look back, what I feel most is gratitude. Every place I’ve lived, every culture I’ve experienced and every person I’ve met has broadened the way I see the world, and I think that’s one of life’s greatest gifts.
Yes, I've lived in all the cities you mention as well as Cambridge, Marbella and Southern Italy, and every one of these cities represents a chapter of my life rather than simply a place on a map. Each one arrived at exactly the right moment and gave me something I needed at that particular moment in my life.
Rome was my first long experience living abroad. London challenged me, but also helped me grow into the international professional I am today. Miami gifted me with the joy of living by the sea. Ibiza completely changed my perception of the island, revealing a place connected to nature, authenticity and a more conscious way of living.
Spain will always be home because it’s where my relationship with the sea began. There is something healing about its rhythm. It reminds me that everything changes, flows and eventually finds its place.
Beyond the cities where I have lived, some of the most meaningful moments of my life have happened while travelling. And I’m grateful for what travel has given me: the ability to let go of stereotypes. We often grow up with preconceived ideas about countries or cultures, only to discover how wrong they are.
Volunteering with the Missionaries of Charity in Kolkata changed me forever. It taught me that generosity and compassion have very little to do with material wealth. I met people who had almost nothing and yet were capable of giving everything. It was one of the greatest lessons in humanity I have ever received.
Travelling alone with my backpack across Southeast Asia was another turning point. It gave me independence and trust. It also introduced me to a way of living that has stayed with me ever since: a quieter relationship with life, with nature and with myself. The kindness I experienced throughout Southeast Asia is something I will never forget.
There are also places whose energy is difficult to explain. Reaching Finisterre after completing the Camino de Santiago or watching the sunset over Machu Picchu are spiritual experiences that stay with you long after you leave.
I genuinely believe that everything in life happens for a reason. Even the moments that challenge us often become the ones we are most grateful for later. Every place I’ve called home, every journey I've taken and every person I've met has shaped the woman I am today. They have made me more curious, more compassionate and more aware that, wherever we come from, we are all searching for exactly the same thing: connection, a sense of belonging and a life filled with purpose. I’m convinced that life is extraordinary when we choose to embrace it with gratitude and an open heart.
There is a saying: “A place becomes beautiful when it reminds the soul who it is.” You know some of the world's most fascinating destinations, from Sardinia, Scotland and Morocco to vibrant cities such as Barcelona, London and Rome. Why do people long for beauty? What do the sea, the mountains and extraordinary places awaken within us? And what is the difference between a place that is simply beautiful and a place that truly touches us and stays with us for a lifetime? What is your personal favourite place in the world and why?
We don't remember places for how they looked… we remember them for how they made us feel.
Some destinations are undeniably beautiful, but beauty alone is rarely enough to stay with us. The places that become part of our lives are those where something meaningful happened, where we met someone who changed us, overcome a challenge or found peace.
When I think about the places that have shaped me, I don't immediately think of landmarks. I think of chapters of my life.
Rome will always hold a very special place in my heart because it was where I learned to slow down and appreciate life's simple pleasures. London represents discovery and possibility. It challenged me in many ways and pushed me to embrace opportunities beyond my comfort zone.
Scotland left me speechless in a different way. Driving through the Highlands surrounded by those landscapes and an overwhelming silence, I understood nature’s incredible ability to put everything back into perspective.
In Southeast Asia, apart from the beauty of the landscapes, I keep the kindness of the people and the spirituality that forms part of their everyday life. It reminded me that happiness is found in simplicity, presence and gratitude rather than in constant achievement.
The sea has been part of my life for as long as I can remember. It gives me energy, clarity and peace. It is where I go to celebrate, to reflect, to make decisions or simply to breathe. No matter where I am in the world, I always find myself looking for it. It never fails to remind me that life moves in cycles, that storms always pass and that every new day brings another opportunity to begin again.
People often ask me about my favourite destination, but I honestly don't have just one.
Some of the places I love most are not necessarily the most spectacular; they are simply the places where I have been happiest.
Because, in the end, I think we fall in love with the version of ourselves that those places allow us to become.
Susan Sontag once said: “I haven’t been everywhere, but it’s on my list.” You have already travelled through a large part of the world. Is there still a place you long to experience one day? And what do you think we are really searching for when we dream about faraway destinations?
Absolutely. In fact, the more I travel, the longer my wish list becomes. One destination always seems to lead naturally to the next.
Japan has fascinated me for years. I'm drawn to the way it seems to combine innovation with deep-rooted traditions, modernity with spirituality, and an extraordinary attention to detail without losing its identity. I also hope to continue discovering Africa. I have the feeling it's a continent that has so much to teach us about humanity, resilience and our connection with nature.
When I was younger, I travelled because I wanted to discover the world. Today, I travel because every journey helps me understand a little more about myself.
Some of the experiences that have left the deepest mark on me weren't planned. Travelling alone through Southeast Asia with a backpack gave me confidence, independence and the joy of embracing the unexpected. And there are places whose energy is difficult to explain. I felt it in Muxía after completing the Camino de Santiago and in Machu Picchu at sunset. Some places carry centuries of history, spirituality and human energy.
Those are the experiences that stay with me. They remind me that travelling is about allowing yourself to be surprised. It's about listening instead of rushing, observing instead of judging, and understanding that there are countless ways of living a happy and meaningful life.
Travelling has made me more optimistic. The countries I've visited has shown me kindness in one form or another. I've met extraordinary people in Cyprus, in Italy, in Colombia, … and they reminded me that generosity, warmth and humanity exist all over the world.
So yes, there are still many places I dream of visiting. But more than the destination itself, what excites me is not knowing what life has prepared for me there. The greatest memories are the conversations we didn't expect, the people who unexpectedly become part of our story, and the moments that quietly change the way we see the world.
As Global Director of Public Relations at Minor Hotels and founder of Gastrogurú, you connect people, ideas, brands and cultures. What fascinates you most about this role? Is there an encounter from your travels or professional life that has stayed with you to this day? And what makes a person or an encounter truly unforgettable?
I've worked across various industries, from audiovisual to gastronomy and international hospitality, and the common thread has always been the same: fascination with people and their stories.
I'm curious about what inspires people and what makes them light up when they talk. I love listening as I truly believe that everyone has something valuable to share.
That's probably what I enjoy most about what I do. My work has allowed me to step into worlds I might never have discovered otherwise and to meet extraordinary people from completely different backgrounds. I've spent time with visionary hoteliers, world-renowned chefs, entrepreneurs, artists and innovators, but the best conversations have happened far away from conference rooms.
I still remember speaking with volunteers in Kolkata whose generosity completely changed my understanding of service. I remember artisans talking about their craft with such pride that you understand that excellence is a result from passion and dedication. Those conversations were genuine. There was nothing to prove, just people sharing a part of themselves.
Hospitality isn't about beautiful hotels or exceptional restaurants. It’s about creating an environment where people feel seen, welcome, cared for and able to create memories that they'll carry with them.
The same happens in communication. Brands don't connect with people; People connect with people. And only then stories become the bridge between them.
For me success is about building genuine relationships, that people trust you, and that, somehow, you've made a positive difference in their lives. If someone remembers how you made them feel long after they've forgotten what you said, I think you've done something worthwhile.
As the founder of Gastrogurú, you have met some of the world's finest chefs and hosts. What makes a moment truly enjoyable for you? Is enjoyment something reserved for special occasions, or is it rather a way of approaching everyday life?
For me, enjoyment is much more an attitude than a circumstance and should never be reserved for special occasions. A big achievement would be being able to recognise the beauty of ordinary moments.
We're often taught to celebrate the big moments, but some of the happiest memories of my life have been wonderfully ordinary. Watching the sun rise by the sea, cooking with family, a meal that starts as lunch and somehow becomes dinner, discovering a tiny family-run restaurant where everything is made with love or walking barefoot on the beach after a long week.
Gastrogurú allows me to meet some of the most talented chefs in the world, and if there's one thing they all have in common, it's passion. Through their food they honour their roots, their memories and the places they come from.
I see food as the most universal language we have, rather than something exclusive or sophisticated. Around the world, people celebrate around a table. We fall in love over meals and welcome strangers by inviting them to eat. Sharing food is one of the purest expressions of hospitality I know. It has very little to do with luxury and everything to do with generosity. You may forget what you ate, but you’ll remember how someone made you feel while sharing that moment.
I no longer wait for the "perfect moment" happening after the next achievement or milestone. It's already happening in the people we love, in staying active, in looking after ourselves, in feeling the energy of the sun on our face or hearing the sea and ending the day feeling grateful.
Wellness Heaven evaluates wellness hotels in five categories: wellness facilities, rooms and amenities, location, service, and cuisine. Which of these categories is personally most important to you? And what does your perfect wellness holiday look like?
I would say location, because I truly believe that certain places have a remarkable effect on the way we feel. I've always had a very special connection with the sea. It has been a constant throughout my life and its energy brings me a sense of calm and back to myself.
That said, I don't think wellness can be reduced to beautiful surroundings. I've stayed in spectacular hotels in extraordinary locations that I've almost forgotten, while some much simpler places have remained in my heart because of the people I met and the emotions I felt. Genuine hospitality is about authenticity, feeling welcomed, cared for and understood without anything feeling forced.
Wellbeing is waking up after a deep night's sleep, enjoying a healthy breakfast made with fresh local ingredients, moving your body, spending time outdoors, breathing fresh air and allowing yourself to slow down. It is putting your phone away, sharing conversations around a table, discovering a destination through its people, culture and cuisine.
Gastronomy is also an essential part of wellness. Food nourishes us, connects us with a place and its traditions and has the ability to bring people together.
The greatest luxury is having the time and space to live at the pace that nature intended. Waking up by the sea, moving your body, eating well, reading, sharing a glass of wine and conversation or watching the sunset.
Summarizing, the most luxurious feeling in the world is having nowhere else you need to be… That’s what wellbeing looks like to me.
What does a sense of well-being mean to you? When does it arise? And what role do the human senses play in creating that feeling?
For me, wellbeing begins when body, mind and emotions are moving in the same direction. It's that feeling of being fully present and living in alignment with what truly matters.
I notice it when I wake up feeling full of energy. When I finish exercising and feel both strong and calm at the same time. When I lose track of time during a meaningful conversation, or when I sit by the sea without needing to think about anything at all. Those are the moments when I feel most connected to myself.
Our senses have an incredible ability to bring us back to those feelings. The sound of the waves, the warmth of the sun on my skin, the smell of salt in the air, the taste of fresh food shared around a table with people I love… they all have the power to transport me instantly to a place of peace. I think that's why certain places stay with us forever. Our senses have the ability to transport us back to moments when we felt genuinely happy.
That's also why I believe hospitality and wellness are so closely connected. A memorable experience is the combination of a place, light, aromas, flavours, the kindness of the people, the music, the textures and even the silence. Together they create an emotion, and emotions are what we remember.
Above all, wellbeing is gratitude. To appreciating good health, having the energy to embrace each day, being able to move, to travel, to laugh, to love and to share time with the people who matter most. The older I get, the more I realise that wellbeing isn't about having a perfect life. It's about noticing how extraordinary life already is.
Apart from the current longevity movement, what developments and trends do you see shaping the future of international wellness hospitality? What do you believe people will long for in the future that perhaps plays little or no role today, or did not ten years ago?
The future of wellness isn't about adding more to our lives. It's about making space for what truly matters.
For years, luxury was associated with abundance: bigger rooms, more facilities, more treatments, more technology. Today that definition is changing. Time has become one of the great luxuries and so has silence, and being able to disconnect without feeling guilty. Even something as simple as sleeping well or having an uninterrupted conversation is becoming increasingly rare.
People are also looking for authenticity more than ever. Travellers no longer want to experience something that could exist anywhere in the world; they want to understand the culture of a destination, meet local people, and leave feeling they've experienced something genuine rather than something designed to look perfect.
Technology will keep transforming hospitality, and AI will play a growing role in efficiency and personalisation. But it won't replace what people actually remember: the waiter who remembers your favourite coffee, the concierge who points you to a hidden beach or the conversation that becomes the highlight of the trip. Those moments are deeply human, and I think they'll only become more valuable.
For me, wellness has also become much more holistic. It's no longer something that happens in a spa for a couple of hours. It's how we sleep, how we move, what we eat, the quality of our relationships, and whether we wake up excited about the day ahead.
In the end, I don't think people are searching for perfection. They're searching for balance, to feel healthier and more themselves when they return home than when they arrived. If hospitality can help with that, it will always have a meaningful place in people's lives.
Children possess the wonderful ability to marvel. They explore the world with open eyes and approach the ordinary with curiosity and enthusiasm. Many adults lose this ability over time and begin to analyse and judge the world instead. What role does wonder play in your life? And when was the last time you experienced something that deeply moved you or left you speechless?
I've always hoped never to lose my sense of wonder. To me, it's one of the most beautiful qualities we have because it keeps us open to life. The day we think we've seen it all, or believe we have all the answers, I think we stop discovering not only the world, but also ourselves.
I still find myself deeply moved by very simple things. Listening to someone speak with genuine passion about what they do, whether it's a Michelin-starred chef, a fisherman, an artist or a volunteer. There's something incredibly inspiring about people who love what they do; their enthusiasm is contagious.
I believe wonder doesn't disappear as we grow older; we simply stop paying attention. We become so busy planning, analysing and rushing through life that we forget to notice what's happening right in front of us. The most meaningful moments are often the quietest ones.
One experience that profoundly changed me was volunteering with the Missionaries of Charity in Kolkata. I met people who had almost nothing, yet carried an extraordinary dignity, generosity and capacity to smile. I left with far more than I could ever have given. That experience has stayed with me ever since and continues to shape the way I understand success, happiness and what really matters in life.
These days, what moves me is much quieter: good health, long conversations with my family, laughing with friends or simply ending the day feeling grateful. Those moments remind me how fortunate we are simply to be here.
Wonder isn't about waiting for something exceptional to happen. It's about learning to see the extraordinary in ordinary life. Happiness isn't hidden somewhere far away — more often than not, it's already there. We just need to slow down enough to notice it.
Recently, I came across the provocative statement: “The most burned-out people in the wellness industry are often the ones leading it.” What do you think about this idea? And how do you personally maintain balance amidst all your travels, projects, and encounters?
I think there's probably more truth in that statement than we'd like to admit, and not only in the wellness industry.
We live in a culture that celebrates being constantly busy, always available, endlessly productive. Somewhere along the way, we started confusing success with exhaustion. The irony is that we've never talked so much about wellbeing, and yet so many people rarely give themselves permission to actually experience it.
For me, wellbeing has to be something we live, not something we talk about. Otherwise it just becomes another trend, another item on a to-do list.
My life is full of movement in terms of different countries, time zones, projects, wonderful people, and I genuinely love that energy. But I've also learned that energy isn't unlimited. If you don't take care of yourself, eventually we have very little left to give others.
That's why I've become more intentional about protecting what keeps me grounded: exercise, the sea, real conversations, time with the people I love. None of that is a luxury to me, but what makes everything else possible.
I'm still learning to protect my time. When you love what you do, saying yes comes naturally; saying no is harder. But I've realised that every time I say no to something that drains me, I'm saying yes to something that helps me grow.
At this stage of my life, I don't want to do less. I want to live with greater intention — because success means very little without the health, energy or peace of mind to truly enjoy it.
Which books have had the greatest influence on your life? Are there any works that you return to again and again?
Books have always been another way of travelling for me. Long before I visited many of the places I've come to love, I had already discovered them through the pages of a book. For me, reading has never been about escaping reality; it's always been about understanding it more deeply and seeing it through someone else's eyes.
I'm not someone who rereads many books. I think of them much like journeys: they arrive at the right moment, leave something with you, and quietly make space for the next one.
My love of travel literature began when I was very young with Javier Reverte. Years later, while studying Communication, I discovered Ryszard Kapuściński, whose writing completely transformed the way I look at journalism. He never wrote simply about places; he wrote about people. He taught me that the most interesting part of any destination isn't what you see, but who you meet, what you're willing to understand and how deeply you're prepared to listen.
That way of looking at the world eventually led me to write my own book, Por amor a los Balcanes. What began as a solo road trip became months of reading, researching and listening, doing my best to understand the history, the culture, the gastronomy and the everyday lives behind a region that's often misunderstood. Writing that book reminded me that curiosity may be one of the deepest forms of respect we can show another culture.
Lately, I've been immersed in the gastronomy of León, the region where I was born, through one of the most personal projects I've ever embarked on. I can't say much about it just yet, but I hope it will soon become a reality. What it has already given me is the opportunity to rediscover my own roots through its products, recipes and traditions. The more I learn, the more convinced I am that food, just like books, tells us who we are. Every traditional dish carries generations of history, identity and memory, and understanding a place through its cuisine often reveals things no guidebook ever could.
In the end, I don't think books have shaped me because they gave me answers. They've shaped me because they taught me to ask better questions. I still get genuinely excited when someone recommends a book that changed the way they see the world, because it's never just a recommendation; it's an invitation to look at life through someone else's eyes. And I can't think of many gifts more meaningful than that.
The philosopher Seneca once wrote: “It is not that we have a short time to live, but that we waste much of it.” Many people spend their lives pursuing security, wealth, or recognition. Yet at some point a different question emerges: What truly makes a life rich? What gives life meaning, depth, and lasting value?
I find myself thinking about that quote more often as I get older. It's surprisingly easy to spend years chasing the next milestone or the next achievement without ever stopping to ask whether any of it is actually making us happier.
For a long time, I measured success the way many of us are taught to: through growth, responsibility and professional achievement. I don't regret that ambition as it opened doors I could never have imagined. But somewhere along the way, I realised that the moments I treasure most have very little to do with any job title.
Security and recognition can build a good life on paper, but they don't automatically build a rich one. Abundance comes with life itself; we just have to notice it. If I had to name what truly makes a life rich, I'd say health and time, without hesitation: the freedom to spend my time the way that feels right to me, and the health to fully enjoy it. Everything else can be rebuilt. Those two, once they're gone, can't.
Gratitude changes everything, too. The more places I visit and the more people I meet, the more I realise how fortunate we are simply to experience this extraordinary journey called life. We spend so much time looking for happiness somewhere else that we often forget how much of it is already here.
And in the end, I think it all comes down to love. The people who walk beside you, the ones who stay, the memories you create together, and the kindness you leave behind. That's the only kind of wealth I've never seen anyone regret having too much of.
If you could pass on only one life lesson to a younger person, what would it be? And what do happiness, fulfillment, and a well-lived life mean to you personally today?
Don't wait. Don't wait until you feel completely ready, and don't wait for life to hand you certainty, because it rarely does. Looking back, the decisions that shaped my life the most were the ones I made without having all the answers: moving abroad, changing careers, travelling alone, saying yes to projects that pushed me beyond my comfort zone. None of them came with guarantees. They simply felt right at that moment, and trusting that feeling changed everything.
I'd also tell them not to be afraid of changing direction. We often grow up believing we have to follow one path, when life is far more generous than that. Some of the greatest opportunities I've had appeared only because I was willing to begin again.
Today, my definition of success is simpler than it used to be. It's waking up excited about the day ahead, with the health and energy to enjoy it, people I love by my side, and the freedom to spend my time on what feels meaningful. Staying curious, still able to be surprised by the world.
Fulfilment isn't a finish line you eventually reach. It's the quiet feeling that your life reflects who you are, that your choices are aligned with what truly matters to you, and that you find joy in ordinary moments rather than waiting for extraordinary ones.
At the end of the day, I don't think a well-lived life is measured by what we've accumulated, but by what we've experienced, what we've shared and the difference we’ve made in others people’s lives. If one day I can look back and know that I lived with curiosity, kindness and gratitude, I'll consider that a life well lived.
Mindful Moments – Conversations That Inspire
In our new online magazine format “Mindful Moments – Conversations That Inspire,” we speak with hoteliers, spa experts, doctors, wellness consultants, and other fascinating individuals we’ve had the pleasure of meeting during our Wellness Heaven journeys around the world over the past 20 years. What unites them all is a shared passion: the pursuit of wellbeing and a fulfilled life for themselves and for others. We explore the secrets behind happiness, contentment, and personal success. We shine a light on emerging wellness trends while also honoring time-tested practices that have offered people meaning and joy for centuries. We reflect on the thoughts of great philosophers and ask about the books that have moved and inspired our guests. And of course, we take our readers along to truly special places, destinations blessed with breathtaking nature and vibrant ideas that nourish both body and soul. We hope that these encounters resonate with you as deeply as they have with us and inspire you to shape your own life journey as uniquely, consciously, and joyfully as possible. Bon voyage and happy readings!
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