Wellnesshotels

Im Wellness-Wunderland

Massage: Über Knödel am Rücken und Papageien im Ohr

Andrea Labonte Hoteltesterin Kolumne von Andrea Labonte
Warum ich meinen Job liebe? Weil er stets für eine Überraschung gut ist! Kein Tag gleicht dem anderen und ich erlebe immer wieder Erstaunliches, lerne Neues - ganz so als schreite ich durch ein bisweilen bizarres Wellness-Wunderland.

Wellnesshotel Wunderland
Wellness Wunderland.

Vorsicht: Bissiger Magen

So erfuhr ich während meiner letzten Evaluierungsreise, dass Knödel nicht nur auf dem Teller neben Rotkraut und Ente, sondern auch auf dem Rücken eine gute Figur machen, dass Gesichtsbehandlungen mitunter Tinnitus auslösen können und Knurr-Geräusche zur transzendentalen Einstimmung auf eine Gesichtsbehandlung bestens geeignet sind.

Von wegen wie neu geboren!

Aber der Reihe nach: Vielversprechend startete eine Ganzkörpermassage, die ein charmanter ungarischer Therapeut in einem Wellnesshotel mit den schmeichelhaften Worten einleitete: „Du bist so dünn und hast gute Bräune. Du machst bestimmt viel Sport!“ Aber hoppla, danke für die Blumen! Bei einem solch schönen Strauß an Komplimenten, verzeihe ich auch gerne mal das kumpelhafte Du eines Unbekannten. Dabei schien der Unbekannte Ahnung von Sport zu haben, das jedenfalls ließ sein ansehnliches Sixpack vermuten. Allerdings erfuhr seine anfängliche Euphorie einen Dämpfer, als er sich an meinem, zugegeben sehr verspannten Nacken zu schaffen machte: „Au weh, Du tust Büro! Isch spüre genau, wo Knödel sitzen. Habe siebten Sinn für Knödel.“ Solch hellseherische Fähigkeiten können gerade in Zeiten von Hungersnöten von enormem Vorteil sein. Das denke ich mir als der vor Kraft strotzende Knödel-Prophet anfängt, meinen Nacken mit einer Inbrunst durchzuwalken, die mir Angst macht. Dabei scheint er meine leisen Schmerzensschreie fehlzuinterpretieren. „Ich weiß, ist gut, ich massiere Dir weg alle Knödel.“ Ich betrat den Hotel-Spa in der Hoffnung, mich später wie neu geboren zu fühlen, stattdessen ähnelt mein Nacken plötzlich einem alten, weich geklopften Teppich. Und auch mein Rücken bleibt nicht verschont und gleicht recht bald einem zu stark durchgekneteten Hefeteig, der garantiert nie wieder aufgehen wird. Gerade als ich denke, die Tortur überstanden zu haben, rückt mein Kopf in den Fokus des nicht allzu zimperlichen Ungarns. Genauer gesagt, meine Haare haben es ihm angetan. Dabei scheint er sich heute so kraftvoll zu fühlen, dass er nicht nur Bäume, sondern auch Haare ausreißen kann. Es ist ohne zu übertreiben fürchterlich.

Volltreffer auf der Unerträglichkeits-Skala!

Nachdem ich mich einen Tag lang von der Power-Massage erholt habe, steht eine Ultraschall-Gesichtsbehandlung auf meiner Spa-Agenda. Für mich ein Novum. Neugierig lausche ich den Erklärungen der Kosmetikerin, die mich vorsichtig auf den unangenehmen Ton des Ultraschallgerätes vorbereitet. Schlimmer als beim Zahnarzt kann es wohl nicht sein, spreche ich mir selbst Mut zu. Aber ich täusche mich. Auf einer Skala von eins bis zehn der Unerträglichkeit, würde ich ohne mit der Wimper zu zucken, eine zehn vergeben. Es ist so, als würde eine Schar wild gewordener Papageien direkt in mein Trommelfell schreien. Ich räuspere mich in der Hoffnung, dass das beißende Geräusch durch meine eigenen Laute etwas gedämpft wird. Leider ist das nicht der Fall und ich bitte die Kosmetikerin das Ultraschalltiefenpeeling umgehend abzubrechen. Eine weise Entscheidung! Selbst die anschließende, gemeinhin als eher schmerzhaft bekannte Ausreinigung, gestaltet sich gegenüber der Ultraschallbehandlung wie ein luftig-leichter Frühlingsspaziergang.

Der neue Schönheits-Trend: Porentiefreine Ohren

Ein paar Tage später wurden meine Ohren erneut auf die Probe gestellt. Und zwar bei einer Anti-Aging Gesichtsbehandlung: Wenn mich nicht alles täuschte, vernahmen meine Lauscherchen, dass die italienische Kosmetikerin Maria, zu Beginn der Anwendung, sozusagen als atmosphärisches Initiationsritual, fortwährend pupste. Vielleicht irrte ich mich auch und es handelte sich bei den transzendentalen Klängen, die ich vernahm, nur um das sonore Knurren ihres Magens. Während ich peinlich berührt auf der Liege hin- und herrutschte und nonchalant das Pups- oder Knurrkonzert zu ignorieren versuchte, machte sich Maria an meinen Ohren zu schaffen. Mit einer Spezialmaschine, die ich leider nicht zu Gesicht bekam, rückte sie nach eigener Aussage lästigen Biegeln (Pickeln) zu Leibe. Dabei wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass meine Ohren jemals von Biegeln heimgesucht wurden. Nach einer Viertelstunde erinnerte ich Maria sanft daran, dass mein Gesicht nicht nur aus Ohren bestand und sie widmete sich sodann hingebungsvoll meinen Augenbrauen, denen sie wieder zu ihrer „naturalistischen“ Form verhalf. Auch das Auftragen des Lipbalsams barg komödiantisches Potenzial: trug Maria das feuchtigkeitsspendende Fluid nämlich überall in meinem Gesicht auf, bloß nicht auf meinen Lippen. Kein Wunder also, dass mein Grinsen nach diesem skurrilen Facial noch breiter als zuvor wirkte. Und da Lachen ja bekanntlich die beste Anti-Aging-Waffe ist, fühlte ich mich nach der Anwendung tatsächlich um Jahre verjüngt und verließ mit glänzendem, lippenbalsamiertem Teint und porentiefreinen Ohren die Pforte dieses skurrilen Wellness-Wunderlandes.


Kolumnen: "Aus dem Leben einer Hoteltesterin" Interview in der Frankfurter Rundschau FOCUS Kolumnen

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