Wellnesshotels

Fasten your seat belt and put on your goggles

Aus dem Leben einer Hoteltesterin

Hoteltesterin Andrea Labonte
Hoteltesterin und Kolumnistin Andrea Labonte
Stellen Sie sich vor, Sie müssen berufsbedingt reisen und zwar an die Ecken der Welt, die sich ganz besonderer Schönheit erfreuen. Dabei ist nicht die Rede von Reisen an die Nord- oder Ostsee oder die Zugspitze, die um die Ecke liegt. Nein, die Rede ist von Destinationen, deren Erreichen mit dem eigenen kleinen Peugeot Jahre in Anspruch nehmen würde. "Aber wer wird schon beim Planen seiner Fernreise an den Gebrauch des eigenen Autos denken", mögen Sie sich fragen? Und ich werde Ihnen entgegnen, "Eine Wellnesshotel Testerin mit Flugangst!"

Das ultimative Survival Kit vor Langstreckenflügen

Wer einmal in seinem Leben von Frankfurt ins schöne Izmir 20 Stunden benötigte und dabei nicht mit dem Esel, sondern mit dem Flugzeug - eine Bruchlandung inklusive - reiste, der ist für den Rest seines Lebens vom Fliegen traumatisiert und denkt ab sofort bei der türkischen Riviera nicht mehr an Sonne, Strand und Meer, sondern nur noch an "Is mir Ibel". Und genau aus diesem Grund benötige ich zur Vorbereitung von Langstreckenflügen eine gewisse Vorlaufzeit. Der Besuch meiner Stamm-Apotheke zählt dabei zu einem meiner lieb gewonnen Pre-Flug-Ritualen. Eingekauft wird alles, was beruhigt: Baldrian und das Rescue-Set als Drops oder als Tropfen zählen dabei zu meinen Tranquilizer-Favoriten. Auch das Herunterladen diverser Meditationsmelodien und das Studieren Autogener Trainings-Bücher bilden weitere Schritte, die ich vor dem Einsteigen einer Boeing 747 unbedingt durchlaufen haben muss.

Dr. Schleimer und andere dominante Strategien gegen Flugangst

Ist der große Tag des "Übersee-Transfers" gekommen, habe ich mit der Zeit eine Vielzahl dominanter Strategien entwickelt, um wenigstens äußerlich Contenance zu bewahren und nicht schon, unter einer Angstattacke leidend, schreiend den Ort meiner zukünftigen zehnstündigen Gefangenschaft zu besteigen:
    Auf dem Weg zum Hoteltest mit Maldivian Airways
    Auf dem Weg zum Hoteltest mit Maldivian Airways: Test auf den Malediven
  1. Ich versuche mit geballter Kraft nicht an den mysteriösen Absturz der Air France Maschine vor einigen Jahren zu denken. Leider gelingt mir dies selten und ich denke mit geballter Kraft an den Flug 447 von Rio de Janeiro nach Paris, der sein jähes Ende im Atlantik fand.
  2. Ich schließe Freundschaft mit allen Stewardessen an Board. Besonders sympathischen Damen erkläre ich bereits vor dem Start, dass ich auf einen ruhigen Flug hoffe und bitte sie, im Fall von Turbulenzen ein Auge auf mich zu werfen.
  3. Ich lausche der Begrüßungsrede des Kapitäns andächtig und versuche aufgrund seiner Stimme und Intonation Rückschlüsse auf sein Alter, seine Kompetenz und seinen Erfahrungsschatz zu ziehen. Dabei konzentriere ich mich, bei seinen Worten "Mein Name ist Kapitän Hansen und ich freue mich, mit Ihnen heute Nacht 8.000 km zurückzulegen" nicht in einen Heulkrampf auszubrechen.
  4. Sind die letzten Wörter des Kapitäns in der Kabine verhallt, wird es Zeit, mich selbst für den Start vorzubereiten. Um etwaige Turbulenzen erst gar nicht erst zu hören oder zu sehen, zählen Ohropax und eine Schlafbrille zu meinen lebenswichtigen Flug-Requisiten. Nein, auf das Aufziehen einer Taucherbrille, wie es einmal ein mir benachbarter Rentner tat, um dem Luftdruck für die Augen standzuhalten, verzichte ich noch. Aber es gilt bei jedem Flug kameradschaftliche Bande mit den Sitznachbarn zu knüpfen, die mich im Fall von Unwettern besänftigen und mir Mut zu sprechen sollen.
  5. Beim Start der Maschine, versuche ich mich erneut an Strategie 1 zu halten. Anschließend schicke ich mehrere Stoßgebete gen Himmel.
  6. In der Luft weist mir dann Dr. Schleimer, mein persönlicher Beruhigungs-Guru, via ipod, den Weg in den autogenen Entspannungs-Himmel. Wühlte ich mich nach meiner traumatischen Bruchlandung früher noch bei jedem Wackler mit den Worten "Oh, wie stürzen ab", selbst emotional auf, lautet mein autosuggestives Mantra dank Dr. Schleimer nach endlosen Langstrecken-Flügen nun, "ich bin ganz ruhig, entspannt und schlafe bald ein".

Force Majeure: Luftlöcher und Blitzschlag

Doch gibt es Situationen im Leben eines aerophoben Wellnesshotel-Testers, da reicht die Konzentration auf das eigene Sonnengeflecht und das oberflächliche Sedieren mit Hopfenextrakten und Bachblüten nicht mehr aus. Denn auch meine Vorstellungskraft stößt beim Anblick eines aufgewühlten und Reifen justierenden Stewards an ihre Grenzen und es fällt mir schwer, noch an ein lieblich dahinplätscherndes Bächlein zu denken. Auch die Frage des Kapitäns der Dash8-200, die mich und meine 36 Mitreisenden innerhalb einer Stunde von Hanimaadhoo nach Male befördern sollte, verunsicherte mich zutiefst. Denn nach den stümperhaften Flick-Versuchen des Flugzeugreifens, stellte es der Kapitän seinen Passagieren doch tatsächlich anheim auszusteigen und auf die nächste Maschine, die hoffentlich ohne Gebrechen abheben würde, zu warten. Dr. Schleimer hin oder her, ich musste keine Sekunde überlegen und meine Entscheidung war gefallen. Beim Aussteigen meinte ich sogar den sehnsuchtsvollen Blick des Kapitäns auf uns "Flüchtenden" ruhen zu sehen.

Auch die spektakuläre Kehrtwende eines defekten Wasserflugzeugs, das barfuß vom Kapitän gesteuert wurde, zurück zum Heimatflughafen, ließ mein Vertrauen in die Luftfahrt nachhaltig schwinden. Doch nicht nur Wasserflugzeuge fliegen gerne einmal vice versa. Auch Lufthansa Maschinen, deren Piloten Socken und Schuhwerk tragen, können kurz vor der Landung kehrt machen und fliegen wieder dahin zurück, wo sie hergekommen sind. Der offizielle Grund: ein Schneegestöber über Paris. Doch mittlerweile vermute ich, dass die Umkehr-Aktion meiner Anwesenheit an Board geschuldet war. Scheinbar ziehe ich Luftlöcher, kreidebleiche und sich übergebende Flugbegleiterinnen nach mehrstündigen Turbulenzen magisch an. Auch die Tatsache, dass Blitze sich mit Vorliebe ihren Weg in Maschinen bahnen, deren entspannter Passagier ich zu sein versuche, verleiten mich immer wieder die Frage in den Raum zu werfen:

"Wie lange würde es wohl dauern mit meinem Peugeot von Schwabing nach Male zu fahren?"

Kolumnen: "Aus dem Leben einer Hoteltesterin" Interview in der Frankfurter Rundschau Kolumnen bei FOCUS

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