Wellnesshotels

Kulinarische Camouflage: Der Saurüssel im Muschelmantel

Aus dem Leben einer Hoteltesterin

Hoteltesterin Andrea Labonte
Hoteltesterin und Kolumnistin Andrea Labonte
Als Hoteltesterin ist man stetig auf der Suche nach körperlicher Erholung und geistiger Inspiration. Letztere begegnet dem Wellness-Tester gerne auf erfrischenden Spaziergängen, bei wohltuenden Massagen oder während eines Gala Menüs in einem der vorzüglichen Tiroler Hideaways. Denn nichts ist für den Wellness-Tester inspirierender, ja sogar sinnlicher als das Degustieren exotischer Speisen.

Der erfahrene Tester von Wellness Hotels, der selbstverständlich Gourmet und Kosmopolit zugleich ist und schon so manche kulinarische Exkursion bewältigte, sucht den feinschmeckerischen Kick: Mit Schnecken, oder Froschschenkeln kann man ihn nicht mehr locken. Algen oder gar Skorpione wurden bereits verkostet. Je fremdartiger und exotischer eine Speise erscheint, desto inspirierender. Innovativ und kreativ muss ein exquisites Mahl zubereitet sein, um den Wellness-Tester von heute noch in Erstaunen zu versetzen.

Ob Schnecken, Algen oder Skorpione — es lebe der kulinarische Überraschungsmoment

Besonders interessant wird es, wenn zwei erfahrene Wellness-Tester von Welt beim abendlichen Gourmet-Menü mit ihren individuellen Geschmacks-Interpretationen aufeinandertreffen. Schon beim Frühstück, während der fruchtig, frische Orangensaft noch auf unserer Zunge zerging, fieberten mein Begleiter und ich mit Ungeduld dem kulinarischen Feuerwerk, das an diesem Abend unsere Gaumen in Wonne versetzen sollte, entgegen. Mit großer Vorfreude studierten wir die beeindruckende Speisekarte des exquisiten 8-Gänge-Gala Menüs, das uns in weniger als zehn Stunden serviert werden sollte. Verheißungsvolle Gerichte wie Crème Brulée von der Foie Gras oder in Honig marinierte Wildtaubenbrüstchen an Pommes Pont Neuf in Rotwein-Jus versetzten uns schon vor Beginn des eigentlichen Dîners in ekstatische Verzückung.

Die Krönung eines Wellness-Tages: das 8-Gänge-Gala-Menü

Nach einem unvergleichlich golden schillernden Herbsttag, den wir während einer ausgedehnten Wanderung mit anschließendem Saunieren und Dampfbaden genossen, war der große Moment gekommen, der den herrlichen Tag krönen sollte: Wir betraten mit knurrendem Magen und unermesslicher Neugier die heiligen Hallen, den Tempel des lukullischen Genusses, das Gourmet-Restaurant. Sowohl der Chef de Rang als auch der Demi Chef de Rang empfingen uns mit charmanter Galanterie und eskortierten uns an einen sublim gedeckten Tisch.

Gourmet Restaurant eines typischen Tiroler Luxushotels
Gourmet Restaurant eines typischen Tiroler Luxushotels
Das Dinner startete vielversprechend mit einem Amuse Bouche der Superlative: einer Trilogie von der Bachforelle an Austern-Vinaigrette. Und auch die darauffolgenden Gänge waren eine Offenbarung. Jeder Bissen bezeugte die Kreativität und das Einfallsreichtum des Chefs de Cuisine und seiner Küchenbrigade. Und plötzlich stand es vor uns das Gericht des Abends, das unsere Gemüter erhitzen und unsere einträchtige Harmonie entzweien sollte. Bereits während des Tages spannungsvoll erwartet, schauten wir nun beide hinab auf die Tagliatelle mit knusprigem Saurüssel.

Ein Hoch auf das Einfallsreichtum kreativer Spitzenköche

Zunächst kostete mein Begleiter und raunte mir euphorisiert entgegen "Welch himmlisches Meeresgetier, bei diesem Gericht schmeckt man ja wahrlich den Ozean heraus." Von seinem glücklichen Frohlocken angesteckt, probierte ich nun ebenfalls den ersten Happen. Auch mir mundete das Gekostete sehr, doch ich schmeckte eher Wiesen- und Weidenaromen als Salzwasser-Noten. Genau dies tat ich auch kund. Je mehr wir von der vorzüglichen, wenn auch etwas eigenwilligen Gourmet-Kreation verspeisten, desto intensiver diskutierten, ja stritten wir sogar. Während mein Begleiter davon überzeugt war, eine seltene Muschel oder eine rare Fisch-Spezies mit dem Namen Saurüssel kredenzt bekommen zu haben, versteifte ich mich in die Vorstellung gerade eine Innerei eines Paarhufers verspeist zu haben. Für meinen Begleiter war es sonnenklar, ein Saurüssel war genau wie ein Wolfsbarsch maritimer Herkunft. Ich stimmte ihm leider nicht zu. Nur in einem waren wir uns beide einig, was immer es war, wir hatten es noch nie zuvor in unserem Leben verspeist. Kurz bevor der immer stärker werdende Dissens unsere junge Liebe und Freundschaft zerstörte, zog mein Begleiter die Notbremse und winkte den Chef de Rang herbei. Dieser eilte dienstbeflissen zu uns und blickte uns mit sorgenvoller Miene an. Sensibel wie er war, spürte er wohl, dass unser junges Glück gerade in Gefahr schwebte und er uns dringend helfen musste. Mein Begleiter räusperte sich, ihm war wohl bewusst, dass seine Frage etwas heikel war. Denn die Geschmacksknospen eines Wellness-Testers, rühmen sich ja gerade für ihre Treffsicherheit in Sachen fachkundiger Speisen-Identifikation. Er räusperte sich also und fragte mit dennoch selbstbewusster Stimme: "Sagen Sie, das Hauptgericht war ganz vorzüglich, um was für eine Muschel handelte es sich denn genau?" Der Tiroler Oberkellner zuckte nervös mit seinem linken Auge und verstand ganz offensichtlich unsere Frage nicht, denn er entgegnete nur "Wie meinen Sie das jetzt, wir servierten Ihnen soeben Tagliatelle mit knusprigem Saurüssel?" Aufgrund unserer preußischen Herkunft brachte uns diese Antwort leider immer noch keine Erleuchtung. Dies merkte auch der Kellner und fügte nun mit einem schelmischen Lächeln hinzu "Für Sie als hochdeutsch Sprechender ist ein Tiroler Saurüssel vielleicht besser verständlich als SCHWEINENASE." Ich klatschte verzückt in die Hände und schaute meinen Begleiter triumphierend an. Denn mit meiner Mutmaßung die Innerei eines Paarhufers verspeist zu haben, lag ich deutlich näher als mein Begleiter. Es lebe die Inspiration und Kreativität der Spitzenköche in der Wellness-Gastronomie.

Kolumnen: "Aus dem Leben einer Hoteltesterin" Interview in der Frankfurter Rundschau Kolumnen bei FOCUS

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